Martin Schüler- Biografie

Tabellarischer Lebenslauf

2003-2018 Intendant und Operndirektor am Staatstheater Cottbus

1991-2003 Operndirektor am Staatstheater Cottbus

1986-1990 Opernregisseur am Landestheater Halle (heute Opernhaus Halle)

1984-1986 Meisterschüler von Ruth Berghaus an der Akademie der Künste der DDR

1979-1984 Studium der Opernregie an der Hochschule für Musik „ Hanns Eisler“ Berlin

1977-1979 Militärdienst in der NVA ( Nationale Volksarmee )

1968-1977 Mitglied im Dresdner Kreuzchor (Prof. R. Mauersberger, Prof. M. Flämig )

1958 geboren am 11.Juli in Finsterwalde (Niederlausitz)

Cottbus, den 13.02.2019
Martin Schüler

Lebenslauf in Prosa

Martin Schüler wurde 1958 in der Sängerstadt Finsterwalde (Niederlausitz) geboren.

Ab dem 8. Lebensjahr erhielt er Violin-Unterricht an der Musikschule Finsterwalde. Ab 1968 folgten 9 prägende Jahre im Dresdner Kreuzchor, wo er u.a. als Solist, Stimmführer des 1. Soprans und später als 2. Chorpräfekt aktiv gefördert und gefordert wurde unter Leitung der beiden Kreuzkantoren Prof. Rudolf Mauersberger und Prof. Martin Flämig. 1977 legte er an der Dresdner Kreuzschule sein Abitur ab, womit auch die Mitgliedschaft in den Reihen des Kreuzchores automatisch endete.

Die Zeit vor dem Beginn der Militärzeit nutzte Martin Schüler für ein Regie-Praktikum bei Harry Kupfer an der Dresdner Staatsoper („Das Märchen vom Zaren Saltan“ Oper von Rimski-Korssakoff). Nach Beendigung der Dienstzeit in der NVA mit dem Dienstgrad: Gefreiter, arbeitete er 3 Monate in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden als Bibliotheksgehilfe in der Musikabteilung von Frau Dr. Landmann. Von 1979-1984 folgte ein Studium der Opernregie an der Hochschule für Musik „ Hanns Eisler“ in Berlin. (u.a. Opernregie bei Prof. Erhard Fischer und Prof. Harry Kupfer, Dramaturgie bei Dr. Hans-Jochen Irmer, Schauspiel bei Horst Schulze). Während des Studiums bereits 3 eigene Inszenierungen: BASTIEN UND BASTIENNE (Mozart) an der Hochschule für Musik „Carl-Maria v. Weber“ Dresden im Saal der Alten Wache, DER BARBIER VON SEVILLA (Rossini) und COSI FAN TUTTE (Mozart) am Landestheater Halle. Viele Regie-Praktika (u.a. LA BOEHME Komische Oper Berlin und LA CENERENTOLA Staatsoper Berlin) gaben stilprägende Impulse für die beginnende Tätigkeit als Regisseur. Ergänzend besuchte er Vorlesungen des Musikwissenschaftlers Prof. Gerd Rienäcker an der Humboldt-Universität Berlin. Das 5-jährige Regiestudium schloss er mit dem Prädikat „Ausgezeichnet“ ab.

1984 holte ihn Ruth Berghaus als Meisterschüler an die Berliner Akademie der Künste der DDR. Es begann eine enge Zusammenarbeit bei Ihren Inszenierungen in Paris, Hamburg, Cardiff, Frankfurt/M., Dresden (Wiedereröffnung der Semperoper mit der UA des CORNETS von S. Matthus 1985) und in Berlin.

1986 engagierte Operndirektor Andreas Baumann Schüler als Opernregisseur, später als Oberspielleiter an das damalige Landestheater Halle- heute Opernhaus Halle, wo er bis zur Wende 1990 viele Inszenierungen erarbeiten konnte. (u.a. RUSALKA, APOLLO UND HYAZINTH, CROESUS) Während dieser Zeit Beginn der Unterrichtstätigkeit – zunächst für 6 Jahre im Fach Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin als Lehrbeauftragter. 1988 wurde ihm vom Künstlerisch-Wissenschaftlichen Rat dieser Hochschule die „Facultas docendi“ (Lehrbefähigung) erteilt.

1991 holte Intendant Johannes Steurich Martin Schüler auf Empfehlung der Absolventeneinsatzkommission als Operndirektor an das damalige Theater der Stadt Cottbus, welches kurze Zeit später in die neue Rechtsform eines Staatstheaters durch das Land Brandenburg übernommen wurde. Mit seinen 33 Jahren war er damals jüngster Operndirektor in Deutschland. Er bekleidete dieses Amt fortan für 27 Jahre, in denen er allein in Cottbus 82 Werke als Regisseur in Szene setzte.

Von 2003-2018 übernahm er auch das Amt des Intendanten und für 8 Jahre den Vorsitz des Vorstandes der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus, die das Staatstheater Cottbus und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus seit 2004 unter einem Dach in einer neuen Rechtsform vereint.

Gastinszenierungen führten ihn an das Nationaltheater Mannheim (RING DES NIBELUNGEN 1999/2000),
an das Opernhaus Bremen (JENUFA, BORIS GODUNOW),
Staatstheater Saarbrücken,
Volkstheater Rostock, Komische Oper Berlin (RIGOLETTO),
Slowakisches Nationaltheater Bratislava, Opernhaus Graz (ALFONSO UND ESTRELLA, DER FREISCHÜTZ, TANNHÄUSER, BARBIER VON SEVILLA),
Theater Gera/Altenburg (UA der Oper COSIMA von Siegfried Matthus)
und an die Kammeroper Schloss Rheinsberg.

Unterrichtstätigkeiten leistete er an der Universität Zürich,
an der Hochschule für Musik und Theater Rostock (u.a. auch eine Hochschulinszenierung: AMADEUS von P.Shaffer als
Mehrspartenprojekt),
Dramatischen Unterricht an der Hochschule für Musik und Theater „Felix
Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig
und beim insgesamt zweimal stattgefundenen internationalen Regiekurs von Prof. Ruth Berghaus in Cottbus.

Übersicht über die von mir bislang inszenierten Opern, Operetten und Musicals ( Stand: 13.02.2019)

Beethoven: Fidelio ( Saarbrücken 1997, Cottbus 1997 und 2014 Open Air im Hof des ehemaligen) Cottbuser Gefängnisses, heute Menschenrechtszentrum )
Berg: Wozzeck ( Cottbus 1993)
Bizet: Carmen ( Cottbus 2000 )
Blacher: Preussisches Märchen ( Cottbus 2001 )
Böhm, Rainer: Quasimodos Hochzeit UA ( Cottbus 1998 )
Britten: Peter Grimes ( Cottbus 2000 )
Donizetti: La Favorita ( Cottbus 2015 )
Dvorak: Rusalka ( Halle 1988, Cottbus 1991)
Egk: Peer Gynt ( Cottbus 2014 )
Glass, Philip: La Belle et la Bete Die Schöne und das Biest ( Cottbus 1998 )
Gluck: Orpheus und Eurydike frz. Fassung in dt. Sprache ( Cottbus 1996 )
Gluck: Orfeo ed Euridice ital. Fassung ( Schlosstheater Potsdam im Neuen Palais 2012 )
Gounod: Margarethe ( Cottbus 2002 )
Gounod: Romeo et Juliette ( Cottbus 2009 )
Grothe, Franz: Das Wirtshaus im Spessart ( Cottbus 2017 in der Theaterscheune Ströbitz )
Hiller: Das Traumfresserchen ( Cottbus 1996 )
Humperdinck: Hänsel und Gretel ( Cottbus 1993 und 2011)
Humperdinck: Die Königskinder ( Cottbus 2005 )
Janacek: Jenufa ( Cottbus 1992, Bremen 1994)
Janacek: Katja Kabanowa ( Cottbus 2002 )
Kalman: Die Csardasfürstin ( Cottbus 1995 )
Kander: Cabaret ( Cottbus 2007 )
Keiser, Reinhard: Croesus ( 38. Händel-Festspiele Halle 1989)
Lehar: Die Lustige Witwe ( Cottbus 2006 )
Lehar: Der Zarewitsch ( Cottbus 1998 )
Leoncavallo: Der Bajazzo ( Cottbus 2004 )
Lortzing: Der Wildschütz ( Halle 1987, Cottbus 1993)
Matthus: Cosima UA ( Gera 2007, Cottbus 2009 )
Mascagni: Cavalleria rusticana ( Cottbus 2004 )
Mozart: Apollo und Hyazinth ( Goethe-Theater Bad Lauchstädt 1990)
Mozart: Bastien und Bastienne ( HfM Dresden 1982, Halle 1984, Cottbus 1994)
Mozart: Die Entführung aus dem Serail ( Cottbus 2016 )
Mozart: Cosi fan tutte ( Halle 1984, Stendal 1989, Cottbus 1992)
Mozart: Don Giovanni ( Rheinsberg 2010, Cottbus 2018 )
Mozart: Die Zauberflöte ( Cottbus 1994 )
Mozart: Die Hochzeit des Figaro ( Halle 1989, Cottbus 1997, Rheinsberg 2000)
Mussorgski: Boris Godunow ( Bremen 1996, Cottbus 2003 )
Offenbach: Orpheus in der Unterwelt ( Cottbus 2011 )
Offenbach: Die beiden Blinden ( Halle 1986 am TEATRO MOBILE HALLE)
Offenbach: Hoffmanns Erzählungen ( Cottbus 1993 und 2012)
Offenbach: Die Rheinnixen ( Cottbus 2006 )
Orff: Der Mond ( Cottbus 2003 )
Puccini: La Boehme ( Cottbus 2006 )
Puccini: Tosca ( Cottbus 2015 )
Puccini: Turandot ( Cottbus 2017 )
Purcell: Dido und Aeneas ( Cottbus 1994 )
Rossini: Der Barbier von Sevilla ( Halle 1983, Regensburg 1987, Graz 1993)
Saint-Saens: Samson et Dalila ( Cottbus 1999 )
Shaffer, Peter: Amadeus/Mozart-Nacht ( Cottbus 2006, HfM Rostock 2007 )
Shakespeare/ Mendelssohn-Bartholdy: Ein Sommernachtstraum ( Cottbus 2003 )
Schubert: Alfonso und Estrella ( Opernhaus Graz 1991)
Schumann: Genoveva ( Cottbus 2010 )
Sibelius/ Shakespeare: Der Sturm ( Cottbus 2008 )
Strauss, Richard: Salome ( Cottbus 2008 )
Strauss, Richard: Elektra ( Cottbus 2015 )
Strauß, Johann: Eine Nacht in Venedig ( Cottbus 2004 )
Tschaikowski: Pique Dame ( Cottbus 1998 )
Tschaikowski: Eugen Onegin ( Cottbus 2011 )
Tschaikowski: Der Nussknacker ( Cottbus 2001 )
Verdi: La Traviata ( Cottbus 1996 )
Verdi: Rigoletto ( Komische Oper Berlin 2001, Bratislava 2013 )
Verdi: Der Troubadour ( Cottbus 2008 )
Verdi: Un ballo in maschera ( Cottbus 2001 )
Verdi: Die Macht des Schicksals ( Cottbus 2005 )
Verdi: Don Carlo ( Cottbus 2016 )
Verdi: Macbeth ( Cottbus 2018 )
Verdi: Othello ( Cottbus 1994)
Wagner: Der Fliegende Holländer ( Cottbus 1997 )
Wagner: Lohengrin ( Cottbus 1993)
Wagner: Tannhäuser ( Graz 1995, Cottbus 1999 )
Wagner: Rheingold ( Mannheim 1999, Cottbus 2003 )
Wagner: Die Walküre ( Mannheim 1999, Cottbus 2008 )
Wagner: Siegfried ( Mannheim 2000, Cottbus 2011 )
Wagner: Götterdämmerung ( Mannheim 2000, Cottbus 2012 )
Weber: Der Freischütz ( Graz 1994, Cottbus 1996)
Wildhorn, Frank: Jekyll & Hyde ( Cottbus 2010, Gastspiel in Winterthur/ Schweiz )
Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny ( Cottbus 1995 )
Zeller: Der Vogelhändler ( Halle 1986, Cottbus 1990)

Stand 13.02.2019